Forschungsteam gewinnt int. Award


31. Aug. 2020

Das Wieselburger Forschungsteam wurde für Ihre hervorragende Arbeit mit dem Internationalem DLG-Sensorik Award 2020 ausgezeichnet.

DSC00001 b

Das Forschungsteam des Research Center of Sensory Sciences and Consumer Behavior (SSCB) am Campus Wieselburg der Fachhochschule Wiener Neustadt ist mit dem Sensorik Award 2020 der DLG (Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft) ausgezeichnet worden. Der Award wird jährlich für herausragende Leistungen der deutschsprachigen Sensorikwissenschaften vergeben. Neben der wissenschaftlichen Qualität überzeugten die PreisträgerInnen in ihrer Forschungsarbeit „Ermittlung der optimalen Stichprobengröße für Nappingstudien mit ungeschulten ProbandInnen“ durch die hohe Praxisrelevanz.

Wieselburg, 19.06.2020 - Die Vergabe des mit 2.500 Euro dotierten Nachwuchs-Forschungspreises erfolgte durch die DLG und ihren Ausschuss für Sensorik. Die BewerberInnen mussten ihre wissenschaftlichen Arbeiten über ein „Call-for-Papers-Verfahren“ einreichen. Aus allen Abstracts ermittelte der wissenschaftliche Beirat des DLG-Ausschusses Sensorik die österreichischen PreisträgerInnen, die im Rahmen der diesjährigen Online-Konferenz im Zuge des DLG Lebensmitteltages am 19.8.2020 ihre wissenschaftliche Arbeit vorstellten.

Das Siegerprojekt

Das interdisziplinäre Forschungsteam (darunter zwei zertifizierte DLG-Sensorikmanagerinnen) beschäftigt sich unter anderem mit sensorischen Schnellmethoden. „Diese kommen insbesondere in kleinen und mittleren Lebensmittelunternehmen immer häufiger zum Einsatz, um im eigenen Unternehmen entwickelte Produkte aber auch Konkurrenzprodukte hinsichtlich ihrer Eigenschaften miteinander zu vergleichen. Denn sie bieten wesentliche wirtschaftliche Vorteile, da im Vergleich zu den klassischen beschreibenden Prüfungen ein geringerer Zeit- und Ressourceneinsatz benötigt wird“, so Roswitha Enzelberger, Forschungsmitglied.

Eine dieser Schnellmethoden stellt das sogenannte Napping dar, dessen Ziel ein sensorischer Vergleich von mehreren Produkten bezüglich ihrer relativen Ähnlichkeit zueinander ist. Wie groß die Stichprobengröße, also die notwendige Anzahl an Prüfpersonen, für solche Studien sein muss, um statistisch sichere und reproduzierbare Ergebnisse zu liefern, war bisher noch weitgehend unbelegt. Dieser Problemstellung widmeten sich die PreisträgerInnen in ihrer Forschungsarbeit.

In einer groß angelegten Studie mit mehr als 100 Testpersonen wurden 15 Erdbeerjoghurtproben hinsichtlich Aussehen, Geschmack und Textur untersucht und anhand ihrer Ähnlichkeit zueinander gruppiert. Daraus wurden systematisch unterschiedlich große Teilgruppen herausgegriffen, miteinander verglichen und die Ergebnisse statistisch ausgewertet.

Stolze PreisträgerInnen

„Der DLG Sensorik Award war in den letzten zwei Jahren eines unserer ganz großen Ziele. Den Award nun tatsächlich mit diesem Forschungsprojekt gewonnen zu haben, sehen wir als äußerst positives Feedback auf unsere Arbeit und als Bestätigung für die Relevanz praxisorientierter Forschung“, erzählt Preisträgerin Kathrin Heim.

Das siegreiche Team vom Campus Wieselburg der FH Wiener Neustadt, das sich bereits mit zahlreichen Beiträgen auf internationalen Konferenzen im Bereich der Sensorik etablieren konnte, strebt weitere Studien in diesem Forschungsgebiet an, um die bisher gewonnenen Erkenntnisse weiter zu stützen.

Robert Fina, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, sieht im Gewinn des Awards nicht nur eine tolle Auszeichnung, sondern gleichzeitig auch einen Auftrag für die Zukunft: „Der Award dient als großer Ansporn, auch unsere Studierenden vermehrt dazu zu motivieren und dabei zu unterstützen, sich in der Forschung neben den wissenschaftlichen Kriterien auch mit der praxisnahen Umsetzung auseinanderzusetzen.“

Hohe Praxisrelevanz

Die gewonnenen Erkenntnisse lieferten eine überschaubare Anzahl von 33 Prüfpersonen, die für Nappingstudien notwendig sind, um statistisch fundierte und reproduzierbare Ergebnisse liefern zu können.

Das Ergebnis der Forschungsarbeit kann direkt in die Praxis umgesetzt werden und ermöglicht Lebensmittelunternehmen eine Effizienzsteigerung im Bereich der Sensorik durch eine erhebliche Ressourceneinsparung im Vergleich zu bisher gängigen und etablierten sensorischen Prüfmethoden.

DSC08188 b

v.l.n.r. Thomas Poscher BA MA, Studiengangsassistent Alexander Höftberger BA, Kathrin Heim BA MA, Roswitha Enzelberger BA MA, Mag (FH) Elisabeth Steiner und Robert Fina BA MA


< Alle News